03. Februar 2010

CSU warnt: Die Planungen in Freiham laufen in eine falsche Richtung

Umplanung des Straßenbahnverlaufs - Zerschneidung des geplanten Einkaufszentrums - Verkehrschaos auf der Bodenseestraße vorprogrammiert.

Der Planungsausschuss hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, von der ursprünglichen Verkehrserschließung abzuweichen und die vorgesehene Trambahn statt in Troglage jetzt höhengleich über die Bodenseestraße zu führen und sie dann am Bahnhof Freiham enden zu lassen. Die Verbindung ins anschließende Gewerbegebiet fällt weg. Fahrgäste von dort bzw. dorthin müssen auf den Bus umsteigen.

Der Fraktionsvorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion, Stadtrat Josef Schmid, kritisiert diese Umplanung, deren Hintergründe er in der angestrebten Änderung des Einkaufszentrums sieht. Bisher sollte es südlich der Bodenseestraße das Gewerbegebiet abschließen. Nun wird bei der Verwaltung überlegt, das Einkaufszentrum beidseitig der Bodenseestraße zu realisieren. Eine Planung, die Stadtrat Schmid für unrealistisch hält.

"Ein Einkaufszentrum, das sich auf beiden Seiten einer vielbefahrenen Haupteinfallsstraße nach München erstrecken soll, kann keine Aufenthaltsqualität entwickeln", so Schmids kritische Einschätzung. "Diese nun ausgerechnet dadurch anzustreben, dass man die Trambahn über die Straße statt unten durch führt, ist eine völlige Fehleinschätzung. Alles was man produziert, ist Stau auf der Bodenseestraße. Damit schreckt man potentielle Kunden ab. Die wollen nicht zwischen stauenden Autos einkaufen."

Sollten diese Pläne realisiert und das Einkaufszentrum auch auf die nördliche Seite der Bodenseestraße "gezogen" werden, so sieht Schmid die Gefahr, dass sich die gewünschten kleinen Läden der Nahversorgung im Wohngebiet selbst aufgrund der Konkurrenz nicht ansiedeln werden.

Unverständnis zeigt Schmid über den Vorsitzenden des BA 22, der sich in seiner BA-Stellungnahme dafür ausgesprochen hat, die ÖPNV-Trasse weiterhin ins Gewerbegebiet zu führen, also dieselbe Meinung vertritt wie die CSU. Als Stadtrat stimmte er im Planungsausschuss aber mit Rot-Grün dagegen. Auch die Haltung von Freien Wählern und FDP ist nicht einsichtig. Deren Redner betonten, dass sie nach wie vor auf die U-Bahn setzen. Dennoch stimmten sie einer Vorlage zu, die sowohl im Betreff als auch im Antrag der Referentin nur von der Trambahn spricht.

03. Februar 2010, Josef Schmid


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